Drei Mitglieder des international renommierten Henschel Quartetts –Christoph Henschel und Gertrud Schilde (Violinen) sowie Monika Henschel (Viola) – gestalten gemeinsam mit den Cellisten Hendrik Blumenroth und Emil Bekir einen Konzertabend, der musikalische Epochen miteinander verbindet und den Dialog zwischen moderner Klangsprache und klassischer Meisterschaft eröffnet.
Im Zentrum stehen zwei Streichquintette, die trotz eines zeitlichen Abstands von nahezu zweihundert Jahren durch ihre emotionale Tiefe und klangliche Weite miteinander korrespondieren.
Dorothee Eberhardt (Gilching) - Streichquintett (2023)
Die in Gilching bei München lebende, vielfach ausgezeichnete Komponistin hat ihr Werk „Streicher pur“ für diese Aufführung zu einem Streichquintett erweitert – in jener Besetzung mit zwei Violinen, Viola und zwei Violoncelli, die auch Schuberts spätem Meisterwerk zugrunde liegt. Rhythmisch prägnante Außensätze und ein geheimnisvoll schwebender Mittelteil entfalten eine moderne, spannungsreiche Klangwelt mit flirrenden Tremoli, gleitenden Glissandi und dichten Klangflächen.
Franz Schubert - Streichquintett D-Dur, D 956
Schuberts letztes Kammermusikwerk, wenige Wochen vor seinem Tod entstanden, zählt zu den erhabensten Schöpfungen dieser Gattung. Die zweite Cellostimme verleiht dem Werk eine außergewöhnliche klangliche Tiefe und Wärme. Besonders der langsame Satz berührt durch seine zeitlose, entrückte Schönheit.
Ludwig van Beethoven - Streichquartett Nr. 1 F-Dur op. 18,1
Der markante Unisono-Beginn dieses frühen Quartettes kann als musikalisches Sinnbild der Ideale der Französischen Revolution verstanden werden: Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit. Aus kleinsten motivischen Keimen entwickelt Beethoven ein Werk von klarer Struktur und großer innerer Spannung.
Ein Konzertabend, der Tradition und Gegenwart in einem lebendigen, klangvollen Bogen vereint.